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Roboterbegriff – Teil 1: Schon ein Roboter oder doch nur ein ferngesteuertes Auto?
von Arne am 15.12.2009 um 20:08 Uhr
Was macht eigentlich einen Roboter aus? Aus welchen Komponenten muss er bestehen? Was muss er können, damit sich ein Roboter auch Roboter nennen darf? Welche Arten von Robotern gibt es und woran sind sie zu unterscheiden?
Einen Roboter haben wir alle schonmal gesehen. Die meisten Roboter würden wir auch als solche erkennen, wenn wir sie zum ersten Mal in Aktion erleben oder auch nur ein erstes Bild von ihnen sehen. Wir haben ein wages Bild von einem Roboter in unseren Köpfen. Aber wer von uns könnte eine präzise Definition des Begriffs „Roboter“ formulieren? Für die meisten Robotik-Enthusiasten mag diese Fragestellung wie eine belanglose Spitzfindigkeit erscheinen. Wer allerdings beruflich mit Robotern zu tun hat, wie beispielsweise Wissenschaftler oder Journalisten, der wird seine Worte mit Bedacht wählen. Es besteht die Gefahr, dass womöglich einer Maschine Fähigkeiten oder Eigenschaften zugesprochen werden, über die sie garnicht verfügt. Im Extremfall stellt sich die Frage, wer die Verantwortung für das „Handeln" eines Roboters trägt.
Ein paar gelagerte Achsen, ein Elektromotor, ein Akku und ein paar knackende Sonarsensoren machen noch lange keinen Serviceroboter. Ein Kette von Elektromotoren und Metallkörpern ist nicht immer gleich ein Manipulator oder ein Industrieroboter.
In der Vergangenheit ist „Ethik in der Robotik" bereits mehrfach ein Thema auf Botzeit gewesen. Gerade in diesem Themenfeld wird der Bedarf eines bewussten Umgangs mit dem Roboterbegriff besonders deutlich. Überspitzt formuliert geht es darum, ob eine Drohne, die dazu benutzt wird im Kampfeinsatz entfernte Ziele anzugreifen, bereits ein an der Front kämpfender Roboter ist. Oder handelt es sich vielmehr um den kriegerischen Gebrauch extrem teurer ferngesteuerter Modellflugzeuge?
Es wird interessant sein, zu beobachten, wie die Medien in Zukunft mit dieser Begrifflichkeit umgehen werden. In welchen Zusammenhängen sie von Robotern oder von ferngesteuerten Maschinen berichten werden und wie dies unser persönliches aber auch gesellschaftliches Bild von Robotern prägen wird.
Sicherlich kann dieser Blogeintrag nicht all die genannten Fragen beantworten. Er soll den interessierten Leser zum Nachdenken anregen und als Ankündigung dienen, dass in Zukunft weitere Einträge in diesem Kontext folgen werden. Soviel sei verraten: Es wird in jedem Fall eine Sammlung häufig angewendeter Roboterdefinitionen geben.
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Roboter gehen die Wände hoch
von Arne am 21.05.2009 um 21:54 Uhr
Nicht nur werden Roboter zunehmend schlauer, selbstständiger und geschickter, auch die Hardware, die Aktorik wird besser. So lernen Roboter seit einiger Zeit nicht nur das Fahren, Laufen und den aufrechten Gang, sondern lernen durch neue Materialien und Methoden neuerdings auch, ebene Wände hochzulaufen.
Sie sind damit nicht nur nützlich, um an Orte zu klettern, die für Menschen nur schwer zugänglich oder gefährlich sind, sondern wecken natürlich auch Begehrlichkeiten in Sachen Überwachung. Roboter, die leise und unbemerkt Wände hochklettern können, können bequem Mikrofone oder Kameras durch Fenster halten.
Hier einige aktuelle Beispiele:
RiSE
Jüngster Spross ist RiSE von der University of Pennsylvania in der dritten Version:
RiSE V2 und V3Die dritte Version wurde in Zusammenarbeit mit Boston Dynamics entwickelt, die schon durch andere beeindruckende Roboter aufgefallen sind. Während Version 1 und 2 des RiSE für ebene Wände gedacht waren, klettert die dritte Version Masten, Pfähle und Bäume hoch.
RiSE V3 klettert senkrecht mit beeindruckenden 30 cm pro Sekunde und hält damit aktuell den Geschwindigkeitsrekord. Er hat dazu sechs Beine, die mit mikrometer-großen Klauen ausgerüstet und unabhängig angesteuert sind. Mehr zum RiSE bei Boston Dynamics.
SpinyBot
Ähnlich funktioniert der SpinyBot der Stanford University, der zwar langsamer aber trotzdem erstaunlich ebene, glatte Wänder erklimmt und trotzdem auch mit den Fugen einer Klinker-Wand keine Schwierigkeiten hat. Inspiriert ist der SpinyBot von Kakerlaken und Spinnen.
Stanford SpinyBotMehr zum SpinyBot.
StickyBot
Der StickyBot aus Stanford, der aussieht wie ein Gecko, ist dagegen für gänzlich glatte Oberflächen (Glas, Keramik, …) geeignet. Während andere Roboter dafür eine Menge Saugnäpfe nutzen, die im Wechsel an- und abgeschaltet werden müssen, ist beim StickyBot die Grundlage für die Haftung Adhäsion [1] durch Wahl eines geeigneten Materials sowie Anpassung an die zu erklimmende Oberfläche in Zentimeter-, Millimeter- und Mikrometer-Skala.
Stanford StickyBotMehr zum StickyBot.
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