Mobilen Robotik
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[Linkdump] 19. November 2009
von Arne am 19.11.2009 um 12:42 Uhr
Robotische Links der vergangenen Tage. Roboter in der Führerscheinprüfung, tanzende Roboter, Maschinen warten Maschinen und Science-Fiction-Autoren bei der DARPA:
Tanz ist eine Sache des Kopfes
(Neue Westfälische, Heike Krüger, 16. November 2009)
Die Kognitionswissenschaftlerin Bettina Bläsing im Interview mit der Neuen Westfälischen über kreative Prozesse und tanzende Roboter. „Ich nehme an, dass es in Japan vielleicht sogar einen Markt gäbe für den Roboter als Tanzpartner.“Singularity University – Sommerschule für Weltenlenker
(Stern, Karsten Lemm, 16. November 2009)
Der Stern über die vor einigen Monaten gegründete Singularity University und wie man sich dort mit der Robotik beschäftigt, um „die Menschheit auf Wandel vorzubereiten, der immer schneller kommt.“Teilautonome mobile Roboter zur Fernwartung prozesstechnischer Anlagen
(Informationsdienst Wissenschaft, Birgit Graf, 16. November 2009)
Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) in Stuttgart beschäftigt sich mit der Möglichkeit, selbst die Wartung von Maschinen nicht mehr nur von Menschen, sondern wiederum mit Hilfe von Maschinen erledigen zu lassen. „Dabei wird der Roboter durch einen Benutzer ferngesteuert, unterstützt diesen jedoch durch teilautonome Sicherheits- und Bewegungsfunktionen.“Neue Prothesentechnik – Autofahren ohne eigene Arme
(Süddeutsche, 13. November 2009)
„Es surrt wie bei einem Roboter, wenn Christian Kandlbauer in seinem Auto die rechte Hand ans Lenkrad legt.“ Bericht über einen 21-jährigen Österreicher, der beide Arme verloren hat und nun zwei moderne Prothesen trägt, mit deren Hilfe er im Oktober seine Führerscheinprüfung bestanden hat und die ihm so zu einem fast normalen Leben verhelfen.DARPA – Inventing this side of the impossible
(NewScientist, Tom Simonite, 11. November 2009)
Englischsprachiger Artikel über die unglaublichen Entwicklungen der DARPA, die ursprünglich als Antwort auf den russischen Satelliten Sputnik gegründet worden war und seitdem viele visionäre Dinge wie das Internet und GPS entwickelt hat. „The best DARPA programme managers, I swear, are science fiction writers.“Was Roboter über Menschen erzählen
(futurezone@ORF, Anna Masoner, 15. November 2009)
„Was […] haben […] Fiktionen mit der Roboterforschung zu tun, und was erzählen sie uns eigentlich über den Menschen, dessen Abbild Roboter ja oft sein sollen?“ Futurezone über das kürzlich erschienene Sammelband Public Fictions. Wie man Roboter und Menschen erfindet.
Hinweise zu lesenswerten Artikeln gerne jederzeit an botzeit@ohmpage.org
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Seaglider sucht nach Walen
von Arne am 17.11.2009 um 19:37 Uhr
SeagliderBis zu zehn Monate kann der Unterwasserroboter Seaglider autonom, ohne Hilfe und ohne Energie nachzutanken durch den Ozean schwimmen. Auf der Suche ist er dabei nach Schnabelwalen, kleinen Delfin-ähnlichen Walen, und deren Gesang.
Der Seaglider zieht seine Bahnen durch den weiten Ozean rund um Hawai und kann so bis zu 4600 Kilometer alleine schwimmen und bis zu 650 Tauchgänge in Tiefen bis zu 1000 Metern absolvieren. Er soll dabei den Gesang der Schnabelwale aufzeichnen. Im Vergleich zu dem Gesang von zum Beispiel Buckelwalen ist der Gesang der Schnabelwale nämlich deutlich hochfrequenter und breitet sich daher nicht so weit aus und ist nur aus geringer Entfernung wahrzunehmen. Der Seaglider kann die Wale aber in Ruhe aufspüren und ihnen im richtigen Abstand folgen, um die Gesänge aufzuzeichnen. Immer wieder taucht der Seaglider an die Oberfläche, um Kontakt via Satellit aufzunehmen und dabei Ergebnisse zu melden und neue Instruktionen aufzunehmen.
Der Roboter wurde von iRobot und der University of Washington konstruiert. Geld und Ideengeber ist das Office of Naval Research, das im Namen der United States Navy wissenschaftliche Forschung durchführt. Das Projekt läuft vorerst für 20 Tage und ist mit 1,5 Millionen US-Dollar finanziert.
Ich musste eine Weile überlegen, bis ich darauf kam, woran mich der Seaglider erinnert: die Sonde aus Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart.
Der Seaglider bei iRobot.
Via Planet Robotics.
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Seaglider zerlegt
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Robotik 2010 in München
von Jörn am 16.11.2009 um 22:03 Uhr
Vom 7. bis zum 9. Juni 2010 finden in München gleich drei Robotik-Veranstaltungen parallel statt. Wissenschaftler und Anwender aus der ganzen Welt treffen sich beim 41st International Symposium on Robotics (ISR 2010) und der 6th German Conference on Robotics (ROBOTIK 2010). Begleitet werden die beiden Konferenzen von der internationalen Fachausstellung AUTOMATICA.
Die Geschichte der ISR reicht bis in die frühen Tage der ersten Industrieroboter zurück. Sie ist die weltweit älteste Konferenz zum Thema Robotik. Die ROBOTIK hingegen ist eine vergleichsweise junge Veranstaltung. Sie wird von der Deutschen Gesellschaft für Robotik ausgerichtet. Seitdem sie im Jahr 2000 in Berlin zum ersten Mal stattfand, stellt sie im zweijährigen Rhythmus die größte nationale Konferenz rund um das Thema Robotik dar. Mehr zu der kombinierten Veranstaltung ist auf den offiziellen Seiten der Konferenzen zu finden.
Die AUTOMATICA ist eine internationale Fachmesse, auf der im zweijährigen Rhythmus Innovationen im Bereich der Mechatronik und Automatisierungstechnik vorgestellt werden. Neben Herstellern, Anwendern und Dienstleistern aus der Robotik sind auch Austeller aus den Bereichen der industriellen Bildverarbeitung, der Sensorik, der Sicherheits-, Steuerungs- und Antriebstechnik auf der Messe vertreten. Die AUTOMATICA ist nach Angaben der Ausrichter die Automationsmesse mit dem weltweit größten Robotik-Angebot [1] .
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- AUTOMATICA: Messekonzept
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Robotik-Kalender für 2009 und 2010 aktualisiert
von Arne am 15.11.2009 um 16:52 Uhr
Hier auf botzeit.de findet man seit einiger Zeit einen Robotik-Kalender, der kommende Veranstaltungen (also Konferenzen, Messen, Wettbewerbe, etc. …) rund um die Robotik ausweist. Der Fokus der hier ausgewiesenen Veranstaltungen liegt auf den großen Konferenzen wie ICRA und IROS, sowie auf Veranstaltungen im deutschsprachigen Raum.
In den letzten Tagen wurde der Kalender aktualisiert und weist bereits die wichtigsten Konferenzen im Jahr 2010, sowie außerdem noch zwei kommende Veranstaltungen diesen Jahres aus.
Robotik-Veranstaltungskalender bei botzeit.deDen Kalender kann man genau wie diesen Blog hier auch via RSS-Feed abonnieren, um über neu hinzugefügte Veranstaltungen auf dem Laufen gehalten zu werden. Wenn Interesse besteht, könnte ich mich auch darum bemühen, dass der Kalender im iCalendar-Format [1] heruntergeladen werden kann.
Die hier angegebenen Veranstaltungen sind nur eine Essenz hunderter, interessanter Veranstaltungen gemäß oben angebenem Fokus. Eine weit größere Auswahl von Veranstaltungen, bietet die Website WikiCFG. Dort können die Veranstaltungen nach Kategorien sortiert werden und werden regelmäßig von den Betreibern aktualisiert.
Nachtrag: Der Kalender kann ab jetzt im ics-Format heruntergeladen und in die eigene Kalender-Software importiert werden: robotik.ics. Die Datei ist jederzeit auf dem aktuellen Stand und synchron mit dem hier angezeigten Kalendar.
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- Das iCalendar-Format ist ein offener Standard zum Austausch von Kalenderdaten, der von den meisten Kalenderprogrammen problemlos importiert werden kann.
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JPL will Mars-Rover Spirit befreien
von Arne am 13.11.2009 um 12:01 Uhr
Free SpiritDas JPL, Jet Propulsion Laboratory, der NASA hat angekündigt, in Kürze erste Kommandos an den Mars-Rover Spirit zu senden, um ihn aus seiner festgefahrenen Situation im Mars-Sand zu befreien. Seit Ende April steckt der Rover fest und hat es bislang nicht geschafft, sich aus eigenem Antrieb zu befreien. Der Sand an der Troy genannten Stelle ist zu rutschig.
Die letzten Monate hat das JPL damit zugebracht, in ihren Laboren auf der Erde die Situation nachzubauen und mit einem Ersatzrover allerhand Manöver durchzuprobieren. Parallel dazu hat man mit dem feststeckenden Spirit weiter die direkte Umgebung des Rovers gescannt. Diese Stelle des Mars dürfte nun wohl die best-erkundete Stelle überhaupt sein, da sie über Monate das Einzige war, das die Wissenschaftler mit Spirit untersuchen konnten.
Nun will das JPL einige der auf der Erde simulierten Manöver in Live auf dem echten Marsrover ausführen. Laut Angabe des JPL wird das allerdings einige Zeit in Anspruch nehmen, vielleicht sogar einige Monate.
Driving Spirit out will be a long, slow process – weeks to months. But damn, it'll be good to get going!
JPL via twitterOb die Idee des siebenjährigen Julian zur Anwendung kommt, war bislang nicht zu erkennen.
Mehr zu den Plänen beim JPL.
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[Linkdump] 8. November 2009
von Arne am 08.11.2009 um 12:12 Uhr
Robotische Links der vergangenen Tage. Der Geist von Berlin, Nanotechnologie, Roboter-Armeen und olympische Spiele:
Das iPhone sitzt am Lenker
(Die Zeit, Video, 26. Oktober 2009)
„Ein weißes Fahrzeug rollt heran. Ohne Fahrer, wie von Geisterhand gesteuert. Von einem iPhone, um genau zu sein. Das drückt und dreht der Berliner Wissenschaftler mit chinesischen Wurzeln Miao Wang und steuert so Gas- oder Bremspedal sowie das Lenkrad der «Spirit of Berlin».“ Über ein Versuchsfahrzeug der FU Berlin, das von außen mit einem iPhone ferngesteuert wird.Robot armies will explore alien worlds
(Telegraph, Tom Chivers, 28. Oktober 2009, englisch)
„Robotic airships and satellites will fly above the surface of the distant world, commanding squadrons of wheeled rovers and floating robot boats“. Artikel über die Visionen von Wolfgang Fink des California Institute of Technology (Caltech) zur Erkundung fremder Welten durch Roboter.Nanotechnologie – Vormoderner Populismus im futuristischen Gewand
(Spiegel Online, Joachim Schummer, 4. November 2009)
„Ist die Nanotechnologie [...] wirklich eine einheitliche Technik, die einen eigenen Namen verdient, oder eher ein Bündel ganz verschiedener Techniken? Ist die Nanotechnologie überhaupt eine Technik, oder vielmehr eine Idee über Technik, die [...] weltweit binnen weniger Jahre kopiert wurde?“. Joachim Schummer über Idee, Entwicklung des Begriffs und mögliche Folgen der Nanotechnologie.Wie Roboter Gelähmte laufen lassen
(der Westen, Marco Virgillito, 4. November 2009)
Ein Artikel über den Lokomat, eine Therapiemaschine zum (Wieder-) Erlernen des Laufens, und Forschung zur Mensch-Maschine-Schnittstelle. „Therapiemaschinen sollen den Therapeuten nicht ersetzen, sondern sein Tätigkeitsspektrum erweitern“.China will Olympische Spiele für humanoide Roboter starten
(Spiegel Online, Joachim Schummer, 4. November 2009)
China hat die Idee, nach dem Vorbild des RoboCup olympische Spiele für humanoide Roboter zu starten. Starten sollen 2010 insgesamt 16 Wettbewerbe in 5 Kategorien: Leichtathletik, Ballspiele, Kampfspiele, Tanz und Dienstleistungen.
Korrektur: Das Fahrzeug Spirit of Berlin gehört natürlich zur FU Berlin, nicht zur TU Berlin, wie vormals hier geschrieben. Dank an Stefan für den Hinweis.
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Die Entwicklung von ASIMO
von Arne am 07.11.2009 um 15:23 Uhr
Gerade beim Stöbern gefunden: Die Entwicklung und Geschichte von ASIMO in einem Bild. Der heutige ASIMO mit seinen zehn Vorfahren neben sich aufgereiht:
ASIMO und seine Vorfahren. Foto: HondaGut sichtbar ist, welch große Rechner die ersten Versionen mit sich trugen, um den kompliziertes Bewegungsauflauf zu regeln. Ich hoffe, die Größenentwicklung der drei letzten ASIMOs wird nicht fortgeführt.
Dass in Kürze eine neue Version vorgestellt wird, ist übrigens nicht gänzlich unwahrscheinlich, da Honda wahrscheinlich auf die jüngsten Fortschritte von zum Beispiel Toyota antworten will.
Abbildung via KY drives.
Nachtrag: BotJunkie hat nochmal größere Bilder aller einzelnen Vorfahren aufgetan.
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Kletternde Roboter als Alternative zu Trägerraketen
von Arne am 07.11.2009 um 12:53 Uhr
Im Jahr 2004 hat die NASA die Space Elevator Games (eigentlich Strong Tether and Power Beaming Competition) zum Bau eines Weltraum-Fahrstuhls ausgeschrieben. Am gestrigen Freitag, den 6. November, wurde zum ersten Mal die vorgegebene Aufgabe erfüllt und das ausgeschriebene Preisgeld eingestrichen. Die Aufgabe:
Space Elevator Games – Idee und AufgabeDie Idee ist es, in (ferner?) Zukunft nicht mehr Trägerraketen mit aberwitzigem Treibstoffverbrauch Satelliten, Sonden und Teile von Raumstationen ins All befördern zu lassen, sondern einen Weltraum-Fahrstuhl zu bauen. Dieser Fahrstuhl besteht aus einem gespannten Seil und einem roboterähnlichen Gebilde, das dieses Seil hochklettert. Mit Energie versorgt durch eine externe, bodengebundene Energiequelle. Solarenergie ist nicht erlaubt. [1]
… that they cannot have any energy stored on-board. Since direct solar conversion is specifically not allowed, they must also build a system to transfer power from the ground to the vehicle.
WettbewerbsregelnFür den Wettbewerb gibt es vorerst nur ein 900 Meter langes Seil, das von einem Helikopter hochgezogen und gespannt wird.
LaserMotive aus Seattle, eigens für diesen Wettbewerb gegründet, ist es nun zum ersten Mal geglückt, den ersten vorgegebenen Schritt zu gehen und mit dieser Technik das Seil hochzuklettern – in 3 Minuten und 48 Sekunden. Als Preisgeld für den erfolgreichen Versuch erhielt LaserMotive 900.000 US-Dollar; wären sie 48 Sekunden schneller gewesen, hätten sie sogar 2 Millionen US-Dollar eingestrichen. Hier das Video des Kletterns (etwas langatmig, da die Live-Aufnahme des Versuchs):
Weltraum-Fahrstuhl von LaserMotiveDas Gefährt von LaserMotive ist übrigens vor dem erfolgreichen Versuch nie höher als 25 Meter geklettern. Es wird mit Energie versorgt durch einen externen, bodengebundenen Laser, der auf die Photovoltaikzellen an der Unterseite des Gefährts gerichtet ist. Der Laser wurde für die 900-Meter-Strecke mit einer Energieabgabe von 400 Watt betrieben.
Um die Strecke in unter 3 Minuten zu schaffen, hätte das Gefährt übrigens im Schnitt mit mindestens 5 Metern pro Sekunde, also 18 Stundenkilometern, das Seil vertikal hochsausen müssen.
Bis es tatsächlich Weltraum-Fahrstühle gibt (sollte es sie jemals geben), wird es dennoch noch eine gute Weile dauern. Erstens besteht ein gewaltiger Unterschied zwischen den gekletterten 900 Metern und der Strecke, die zurückzulegen ist, um der Erdgravitation einigermaßen zu entschwinden. Zweitens dürfte es noch gehörige Anstrengungen und Forschungen benötigen, um das für den Aufzug notwendige Seil zu konstruieren.
Via Planet Robotics.
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- Space Elevator Games: The Rules of the Game
